Sia Korthaus Vorpremiere im Südbahnhof Die Zuschauer im Südbahnhof waren die ersten, die das neue Programm der Kabarettistin zu sehen bekamen

Der Südbahnhof des Werkhaus e.V. als idealer Ort für Vorpremieren

Sia Korthaus bei der Vorpremiere zu ihrem Programm „Lust auf Laster“

Das wichtigste ist die Location! Da ist sich Christos Smilanis sicher. Er ist der Manager von Sia Korthaus und hat auch andere Künstler unter Vertrag, wie Kalle Pohl oder Lioba Albus, Größen in der Kleinkunstszene. „Und hier im Südbahnhof ist es super!“, sagt er. Dann zählt er auf: „Ein wunderbares Team, ein schöner Raum, eine gute Akustik und eine Technik, die funktioniert.“ Das vermittelt dem Künstler die Sicherheit, die er bei der ersten öffentlichen Vorstellung seines Programms braucht.  „Vor allem auf die Technik muss man sich verlassen können, und das macht der Harry perfekt.“ Auch Maria Vollmer werden sie mit ihrer Vorpremiere hier auftreten lassen und im nächsten Jahr Kalle Pohl.

Sia Korthaus als Omma Emmi, die ebenfalls ein ungetrübtes Verhältnis zum Laster hat

Sia Korthaus Vorpremiere als besonderes Erlebnis im Südbahnhof

So sitzt bei Sia Korthaus Auftritt nicht nur ihr Regisseur im Publikum, Thomas Köller, der auch bei der Kölner Stunk Sitzung Regie führt, sondern auch ihre Freundin Sonja als Souffleuse mit dem Textheft auf dem Schoß. Das Publikum wird eingeweiht: „Wenn ich so mache“, sagt Sia und zieht ein unteres Augenlid mit dem Zeigefinger nach unten, „dann weiß ich nicht weiter.“ Die Zuschauer sind sich bewusst, dass sie etwas Besonderem beiwohnen, aber eine Unsicherheit spüren sie nicht. Sie werden mitgenommen in Sias „Lust auf Laster“, die sich allerdings auf Völlerei, Wollust und Faulheit beschränkt – Putzsucht sei eindeutig keines ihrer Laster. Dafür ist sie mit ihrer Gier im Reinen. „Ist doch besser ich gehe shoppen als ich bin machtgierig!“

Sia Korthaus wechselt nur mit Hilfe von Gestik, Mimik und Stimme blitzschnell die Rollen

Sia Korthaus hat richtig Spaß an ihre neuen Handpuppe „Britta von Haselhoff“

Besonders schön sind die Programmpassagen, in denen sie in andere Rollen schlüpft. Wenn sie beispielsweise die 4-Jährige Svenja mimt, dann braucht sie dazu kein Kostüm. Der Blick, Mimik und Gestik entsprechen komplett der eines kleinen Mädchens und das ist sehr sehr komisch. Und bei dem Dialog eines Ehepaars wechselt sie in Bruchteilen von Sekunden deutlich von „ihm“ zu „ihr“. Auch wenn ihre Omma Emmi in Erscheinung tritt, ist Stock und Schürze weniger wichtig als Haltung und Stimme.

So sind die Menschen im Südbahnhof auch die ersten, die Sias neue Handpuppe erleben. „Britta von Haselhoff“, eine kleine Sächsin, die You-Tube-Star werden möchte und deswegen auf ein Coaching von Sia hofft. Die darf dann auf ihre charmante Art auch die allerflachsten Witze bringen und man lacht sich kringelig.

Wiedersehen in einem Jahr

Wann hört man schon mal die Aufforderung eines Künstlers, so wie am Samstagabend von Sia Korthaus: „Wenn Ihnen etwas nicht gefallen hat, können Sie es mir gerne mitteilen.“ Schließlich ist noch nicht Premiere gewesen. Aber davon macht niemand Gebrauch, die Zuschauer sind glücklich und zufrieden.

Wer Sia versäumt hat, wird in einem Jahr noch einmal Gelegenheit haben. Dann ist sie wieder im Südbahnhof, mit dem gleichen Programm. „Aber das wird sich bis dahin noch weiter entwickeln“, sagt Christos Smilanis. Das könnte dann sogar für die Zuschauer der Vorpremiere ein weiteres interessantes Erlebnis werden.