Mit Elan und Kettensäge – Maria Vollmer im Südbahnhof Maria Vollmer gastiert mit ihrem Programm "Mit Push-Up, Pillen und Prosecco im ausverkauften Südbahnhof

Bei ihrem Auftritt begeitert die Blondine aus Nippes mit schrägen Vergleichen und einem unglaublichen Tempo

Von Susanne Böhling

Das Lob endet erst mit dem letzten Zuschauer. Maria Vollmer steht an der Ausgangstür des Südbahnhofs und bietet in einer Schale Traubenzucker – als „Pillen“, um die es in ihrem neuen Programm „Push-Up, Pillen & Prosecco“ geht.

90 Minuten lang hat sie das Publikum mitgenommen im voll besetzten Südbahnhof in die Welt einer Reihenhaussiedlung in Köln Nippes. Dort sind die Kinder nun in der Pubertät – der großen Umbauphase – und in der Beziehung zu „Rainer“ ist der Lack auch allmählich ab. Eine zerrissene Zeit, „zwischen Push-Up und Prothese, zwischen Rock ‘n Roll und Rollator“ um nur einige der Pole zu nennen, die ihr Publikum amüsieren. Neben solch erfrischenden Wortspielereien besticht ihr Auftritt durch ein quirliges Tempo und ihre ausgelassenen Tanzeinlagen – das sollen „die Jungen“ erst mal nachmachen. Geschickt eingeflochten in das Programm hat sie Hits, die sie mit umgedichteten Texten zum Besten gibt und die zum begeisterten Mitklatschen animieren. Auf den großen Abba-Hit „Fernando“ beispielsweise singt sie von finanziellen Schwierigkeiten „dank“ Zalando. Da gehen alle mit, klatschen, lachen, fallen mit ein in die Refrains. Über ihre Ausführungen zu dem Kettensägen-Führerschein, von dem Rainers sich einen Ausweg aus seiner Midlife-Krise verspricht, um dann den Busch im Vorgarten zu stutzen, dem sie auch mit ihrer Nagelschere beigekommen wäre, amüsieren sich auch die Herren im Publikum.

In Krefeld und Köln gibt es ähnliche Befindlichkeiten

Nippes scheint nicht so weit weg zu sein von Krefeld, man erkennt sich wieder, Vollmer trifft die Befindlichkeiten, die Ängste und liefert einen bemerkenswerten Satz, der allen als Motivation dienen kann, den Kampf nicht aufzugeben: „Ich geb‘ den Löffel nicht ab, solange ich den Teller noch nicht leer gegessen hab‘!“ Entsprechend dankbar sind die Zuschauer, die mit leuchtenden Augen an ihr vorübergehen und sich an den „Pillen“ bedienen: „Frauenpower pur“ bekommt sie immer wieder zu hören. Sie ist nicht zum ersten Mal beim Werkhaus e.V. im Südbahnhof zu Gast – und sicher nicht zum letzten Mal!