Polish Posters

Dez '14 Jan '15
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Retrospektive Polnischer Grafik anhand von Filmplakaten von 1950 bis heute

In der Ausstellung Polish Posters im Südbahnhof wird Mariusz Bednarski von der PIGASUS Galerie aus Berlin als Kenner der Szene die wesentlichen Stationen der Polnischen Plakatkunst präsentieren. Einige Plakatmotive kann man auch erwerben. Diese Ausstellung ist durch den Kosmopolen e. V. für den Südbahnhof im Rahmen NEW Polish Tunes 2014 initiiert.

Eröffnung
Do., 17.12.2014, 19:00 Uhr
Einführung durch den Kurator Mariusz Bednarski von der PIGASUS Galerie, Berlin

Öffnungszeiten
Di. – Fr., 11:00 – 18:00 Uhr
geschlossen am 24.12., 29. – 31.12.2014 und am 02.01.2015

Offenes Kosmopolen-Treffen
Do., 15.01.2015, 19:00 Uhr
Gespräche über Polnische Kunst, Kultur, Literatur und Musik – auf Polnisch und Deutsch

Kamingespräch
Mi., 21.01.2015, 19:00 Uhr
mit Emanuela Danielewicz, Fotografin, Kosmopolen e. V.

Finissage
Sa., 24.01.2015, 19:00 Uhr
Konzert: Trio Szyszka
Eintritt frei

Trio Szyszka
Die Musik von Szyszka bewegt sich zwischen kollektiv, frei improviserter Musik und eigenen poetischen Kompositionen, zwischen Atmosphäre, Assoziation, klassischen Arpeggien und wilden Rhythmen, immer frei von Genregrenzen. Das Trio setzt sich aus den Musiker Arno Szyszka‐Bauch (Schlagzeug), Dario Treese (Piano) und Ralf Stemmer (Bass) zusammen, die auch in andere Formationen wie Vibravoid und Parfum Brutal zuhause sind. Obgleich schon lange musikalische Weggefährten, stellt das Konzert im Rahmen der Polish‐Poster‐Ausstellung eine Premiere dar.

Über die Ausstellung
Wie im Westen erschienen die ersten Polnischen Plakate für “bewegte Bilder” um 1896. Bis 1947 verlief diese Art und Kultur sehr ähnlich. Die Plakate zeigten romantische realistische Szenen und Inhalte des Films. Mit der Konzeption eines sozialistischen Polens änderte sich jedoch einiges in der Grafik.

Allen voran ist es Eryk Lipiński und Henryk Tomaszewski zu verdanken, dass sich die Grafik nach dem Krieg ändern konnte. Mit dem Argument sich gegen den Westen zu behaupten, entwickelten sie eine neue Art der “plakativen Kommunikation” und entfernten sich von der “banalen und wortnahen” Darstellung vorher. Ihre ersten Entwürfe gründeten die sogenannte “Polnische Plakatschule”. Tomaszewski sah den Betrachter als einen kreativen Denker statt passiven Konsumenten und pflegte den Wunsch, durch die Bildgrafik einen emotional-intelektuellen Diskurs anzubieten. Und genau das – als die wichtige Differenz zum Westen – wurde von der kommunistischen Regierung gerne angenommen.

Eryk Lipiński und Henryk Tomaszewski fingen an zu zeichnen. Und in der Tat, ihre Plakate wurden leicht, hatten Humor und konnten vielseitig interpretiert werden. Die Metapher kommt oft vor und das “verkürzte Denken”. Sie befreiten das Plakat vom Imperativ und der Reklame. Die neue Art und das “Polnische Plakat” zeigten Wirkung: In Wien gewann Henryk Tomaszewski fünf Preise und distanzierte sich von den anderen Teilnehmern aus der ganzen Welt.

Die Nachricht über polnische Grafik übertrug sich in andere Länder wie ein Blitz. Es folgten Ausstellungen in Museen und Galerien. “Die Partei” hatte nichts dagegen, denn das Image des Landes über die Kunst diente sehr positiv auch der Außenwahrnehmung Polens, und rechnete diesen Erfolg auch für sich. Polnische Künstler bekamen Unterstützung für ihre Projekte. Nach 1960 kamen viele sehr gute Grafiker dazu, darunter: Jan Lenica, Jan Młodorzeniec, Franciszek Starowieyski, Roman Ciślewicz, Jerzy Fislak, Wiktor Górka, etwas später Mieczysław Wasilewski, Andrzej Pągowski, Wiesław Wałkuski, Wiktor Sadowski, um einige zu nennen. Durch diese Kunst bekamen die polnischen Straßen gegen das Grau in Grau einen Hauch von lebendiger Farbe, mit Humor, Poesie, Metapher, werbend doch ohne das kommerzielle Denken. In Wilanów entstand das erste Plakatmuseum der Welt.

In den 80er-Jahren entstanden die meisten polnischen Filmplakate in Massenproduktion: Eine Auflage erreichte 12.000 bis 20.000. Doch die Qualität begann zu schwinden. Weiterhin wurden zwar Preise gewonnen und der Westen lud ein, doch die Leichtigkeit war ebenso weg wie das Gefühl für humorvolle Bildsprachen. Fantastisches Handwerk, ohne Frage, ersetzte das für die Kunst so wertvolle Seelische.

Der Fall der kommunistischen Regierung in Polen ist auch der Anfang vom Ende des polnischen Plakates, denn auch die Firma Polski Film war damit am Ende. Das neue Filmplakat sind die im Kontrakt der internationalen Filmvertriebe vorgesehenen Werbemechanismen der Filmindustrie und deren Bildsprachen. Einige Grafiker malen weiter, für sich und aus Spaß. Deren Arbeiten hängen allerdings nicht mehr auf den Straßen, sondern sind ausgestellte Objekte in Galerien und bei Sammlern.

Doch Polen liebt seine Kunst. Die kleinen Filmproduktionsfirmen geben neuerdings wieder Aufträge an junge Künstler. Diese malen weniger, sitzen eher am Computer, doch ihren Vätern sind sie treu geblieben, insbesondere im Hinblick auf Humor und metaphysische Sichtweise. Als Beispiel der neuen Plakatkunst Polens kann man das extrem erfolgreiche Duo Joanna Górska und Jerzy Skakun nennen, die in Warschau das Homework Studio führen. Sie haben auch ein Plakat für die Ausstellung im Südbahnhof entworfen.

Eine Aktion des Kosmopolen e. V. mit der PIGASUS Galerie in Zusammenarbeit mit dem Werkhaus e. V., gefördert durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, dem Ministerium des Landes NRW, sowie dem Kulturbüro der Stadt Bochum.

Ausstellungseröffnung
Ausstellungseröffnung

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