Denk_mal im Kopf: Ausstellung

Sep '13 Sep '13
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Ach Freunde, wohin seid ihr verweht…? – Otto Pankok und die Düsseldorfer Sinti

Eine Ausstellung im Rahmes des Projekts Denk_mal im Kopf

Die Ausstellung wurde 1993 von Frank Sparing und Karola Fings im Auftrag der Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf zusammengestellt. Sie ist auch heute noch so aktuell, dass der Werkhaus e. V. in Kooperation mit der NS-Dokumentationsstelle Krefeld beschlossen hat, die Präsentation nach Krefeld zu holen. In der Ausstellung wird die besondere Beziehung des Künstlers Otto Pankok (1893 – 1966) zu den Düsseldorfer Sinti anhand von Reproduktionen von Pankok-Bildern gezeigt.

Die Bilder datieren ab 1931, als Otto Pankok mit einer Gruppe von Sinti, die in der „wilden Siedlung“ Heinefeld im heutigen Düsseldorfer Stadtteil Unterrath lebten, Freundschaft schloss. In den Folgejahren entstanden zahlreiche Skizzen und Porträts, die die Lebenssituation auf eindruckvolle Weise einfangen. Seine Zeichnungen vermeiden herkömmliche Sichtweisen auf das Exotische und Zigeunerromantik.

Als expressionistischer Künstler geriet Otto Pankok unter Druck der nationalsozialistischen Kunstpolitik. 1935 zog er von Düsseldorf aufs Land, um sich der staatlichen Aufmerksamkeit zu entziehen. Die Lebenssituation der Düsseldorfer Sinti verschlechterte sich indessen stetig durch immer mehr Einschränkungen. Am Höherweg entstand schon 1937 ein Zigeunerlager, in dem Männer Frauen und Kinder unter elenden Bedingungen festgesetzt wurden. Es wurde noch schlimmer: 1940 wurden die meisten Richtung Polen deportiert, 1943 endeten die Lebenszeichen in Auschwitz-Birkenau.

Nach dem Krieg kehrte Otto Pankok nach Düsseldorf zurück. Er empörte sich darüber, dass die wenigen Sinti, die den Zigeunermord überlebt hatten, von der Stadt erneut auf dem Gelände am Höherweg festgesetzt wurden. 1947 wurde Otto Pankok Professor an der Kunstakademie und unterrichtete unter anderen Günter Grass und Herbert Zangs.

Die Ausstellungsüberschrift ist dem Vorwort von Otto Pankoks Buch „Zigeuner“ aus dem Jahre 1947 entnommen:

Ach, Freunde, wohin seid ihr verweht, wo seid ihr zertreten, in welche Gruben haben euch schutzlose Kinder die Würger verscharrt wie Dreck? Man zerrte sie fort in die Todeslager und die östlichen Schlachthäuser. Wir hörten die Kinder schreien und die Mütter schluchzen unter den Peitschen der braunen Henker. Noch bevor die Synagogen aufloderten, waren die Zigeunerfamilien hinter den Gittern des Stacheldrahtes zusammengepfercht, um später das jüdische Schicksal in den Todeslagern des Ostens zu teilen.

Öffnungszeiten
Dienstag bis Freitag: 15:00 bis 18:00 Uhr
Sonntag: 11:00 bis 16:00 Uhr
Gruppentermine auf Anfrage

Projektseite des Werkhaus e. V.: Denk_mal im Kopf

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