Rhythmtrail mit Nicolao Valiensi und Tom Lorenz

Okt '12
28
19:00

Nicolao ValiensiNicolao Valiensi ist echter Garfagneser, geboren in einem 400-Seelen-Dorf in der nördlichen Toskana. Wo anderen das dörfliche Umfeld zu eng wird und sie schnellst ihr Bündel schnüren, um anderswo ein Fortkommen zu suchen, lebt Valiensi bis heute in enger Verbundenheit zu seiner Region. Nicht umsonst ist eines seiner Hauptwerke das „Requiem per la Garfagnana“: Die toskanische Region Garfagnana mit ihren Bergen und Seen, reich an Tradition und magischen Orten bezeichnet er als seine musikalische Heimat.

Die populäre Musik der Toskana begleitet Valiensi seit seiner Kindheit: Der Vater Giuseppe war über Jahrzehnte Capobanda (Leiter) des Blasorchesters in Poggio. Gegründet wurde das Laienensemble unter anderen von Urgroßvater Giuseppe, als der im Jahr 1898 vom Militärdienst zurückkehrte. Mit dem Spiel der traditionellen italienischen Banda wuchs Valiensi von Kind an auf und ist bis heute Mitglied der Banda in seinem Heimatort, wo er in den Sommerferien immer wieder bei Konzerten, Prozessionen oder auch Beerdigungen mitwirkt.

Seine Ausbildung führte Nicolao Valiensi in die großen Städte im Norden Italiens: Nach Abschluss des Posaunenstudiums an der Musikhochschule Lucca wirkte er im Radiosinfonieorchester der RAI in Neapel, während seines Militärdienstes beim Musikcorps der Carabinieri in Turin, beim Kammerorchester der toskanischen Region, beim „Maggio Musicale Fiorentino“, trat mit „I Solisti Veneti“ auf und bei der RAI Rundfunk-Big Band in Mailand.

Prägend war für ihn die Tätigkeit in der Big Band des Barga-Jazz Festivals, wo er acht Jahre lang als erster Posaunist spielte. Hier begegnete er internationalen Größen des italienischen Jazz wie Enrico Rava, Paolo Fresu, Gianluigi Trovesi, Bruno Tommaso und Giorgio Gaflini. Namen, die für die eigentümliche und erfolgreiche Verknüpfung nordamerikanischer Jazz-Strömungen mit Traditionen der europäischen Folklore stehen – für Valiensi eine musikalische Offenbarung.

Nach Abschluss seines Studiums der Jazzposaune und Instrumentalpädagogik bei Jiggs Whigham an der Musikhochschule Köln entwickelte er seine eigenen Ansätze weiter, bevor er im Jahr 2002 mit der deutsch-italienischen Banda den Rahmen für seine musikalischen Ideen schuf. In diese Zeit fallen seine ersten Kompositionen, unter anderem für das Jazz-Sextett „novotnik 44“.

Tom LorenzTom Lorenz wurden 1959 in Düsseldorf geboren. Er studierte an der Robert-Schumann-Musikhochschule in Düsseldorf im Hauptfach Schlagwerk, Nebenfach Klavier, mit zwei Studienaufenthalten in den USA sowie Zusatz- und Aufbaustudium an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst in Graz/Österreich bei Erich Bachtregel in den Fächern Schlagzeug und Musiktheorie. Bereits während seines Studiums war er Mitglied im Percussionsensemble Düsseldorf.

Bisher hat er 5 CDs unter eigenem Namen veröffentlicht und als Gastsolist der WDR-Big-Band bei weiteren CD-Produktionen mitgewirkt. Er nahm an zahlreichen Konzerten, Festivals und Radioproduktionen teil. Die Liste namhafter Musiker, mit denen er zusammenarbeitete, ist lang. Darin finden sich u.a. Namen wie Peter Kunsek, Nicolao Valiensi, Christian Wolff, Jan Klare, Hartmut Kracht, Christoph Hillmann, Dieter Manderscheid, Frank Köllges, Charlie Mariano, Lukas Schmidt, Frank Kirchner, Cecile Verny, Paul Shigihara, Arkardy Schilkloper, Jesse Bennett, Wolfgang Ekholt, Frank Speer, Dean Brodrick, Angelika Niescier, Heinrich von Kalnein, André Nendza, Michael Heupel, Paolo Cardoso, Rick Hollander, Wilbert de Jode, Michael Collins, Manfred Schoof, Claus Raible, Han Buhrs, Klaus Doldinger und Ramesh Shottam.

Am 28. Oktober werden Tom Lorenz und Nicolao Valiensi im Südbahnhof zu Gast sein. Auf dem Bass werden sie von Stefan Neldner begleitet, durch den Abend führt wie gewohnt Waldo Karpenkiel.

Hier ein paar Eindrücke vom Konzertabend: