unanswered questions

Sep '14
14
17:00

Eine Konzert-Trilogie mit Werken von John Cage, Henry Cowell, Charles Ives, Frederic Rzewski, Kunsu Shim, Gerhard Stäbler

JugendEnsembleNeueMusik Rheinland-Pfalz/Saarland
Walter Reiter und Gregor Mayrhofer, Leitung

Ein Jagd- und Lustschloss aus der umtriebigsten Lebensphase eines reisenden Kurfürsten, ein Bergwerk aus Zeiten, in denen Fördertürme noch als leibhaftige Energieriesen galten und ein stillgelegter Bahnhof, unter dessen stuckbesetzten Gewölben sich vor langer Zeit einmal Krefelds vornehmste Bürger – fein in Frauenwartesaal und Herrenwarteraum getrennt – zur Linderung ihres Fernwehs zusammengefunden haben: Nicht ganz von ungefähr erklärt die „Muziek Biennale Niederrhein“ 2014 gleich drei historische Stätten zu Austragungsorten einer Trilogie der „unanswered questions“. Ausgehend vom Titel eines Werkes aus der Feder des US-amerikanischen Komponisten Charles Ives unterziehen Kunsu Shim und Gerhard Stäbler das barocke Schloss Benrath, den Lehrstollen Kamp-Lintfort und den Südbahnhof in Krefeld zusammen mit dem „JugendEnsembleNeueMusik Rheinland-Pfalz/Saarland“ unter der Leitung von Walter Reiter und Gregor Mayrhofer dreimal nacheinander einer klangvollen Verlebendigungsprozedur. Ähnlich wie die Orte, die sie sich ausgesucht haben, selbst früher einmal die strukturellen Motoren ihrer Epoche repräsentiert haben, zählt auch das Duo Shim-Stäbler seit vielen Jahren zu den entscheidenden musikalischen Impulsgebern ihrer Umgebung.

Kompositionsstudien an der Folkwang Universität (Essen) führten unter dem Einfluss der „einfachen, aber kraftvollen Sprache“ Nicolaus Anton Hubers in den frühen 90er Jahren zu den frühesten Verbindungslinien zwischen dem am Bodensee aufgewachsenen Gerhard Stäbler und dem aus der südkoreanischen Hafenmetropole Busan stammenden

Kunsu Shim. Noch bevor sie ihrer Zusammenarbeit mit dem Projekt „EarPort“ im Duisburger Innenhafen zwischen 2000 und 2010 erstmals eine institutionelle Gestalt verliehen haben, sind die Komponisten regelmäßig als grenzüberschreitende Herausforderer ihres Auditoriums in Erscheinung getreten: in den 1990er Jahren war Kunsu Shim mehrfach „Artist in Residence“ in den USA, Japan und Deutschland und gastierte als Dozent an verschiedenen Universitäten in Nordamerika, Fernost, Australien, Singapur und verschiedenen Ländern Europas. Seine Musik, ist von einem neuen künstlerischen Ideal von Stille und Einfachheit gekennzeichnet und war auf zahlreichen Festivals zu hören. Unabhängig davon leitete Gerhard Stäbler die Weltmusiktage bei der „Internationalen Gesellschaft für Neue Musik“ und initiierte große musikalische Projekte im öffentlichen und industriellen Raum: u.a. im Ruhrgebiet, in New York, in Portugal, Norwegen und Japan. Lehr- und Kompositionsaufträge, Gastprofessuren, sowie Kurse und Kompositionsaufträge von führenden Ensembles und Institutionen aus der ganzen Welt dokumentieren seit mehreren Jahren, dass die Arbeit von Kunsu Shim und Gerhard Stäbler längst in der allerersten Liga der internationalen Szene für aktuelle Musik angekommen ist.

Die Trilogie der „unanswered questions“, die die beiden Wahlrheinländer im Auftrag der Muziek Biennale Niederrhein 2014 in Szene gesetzt haben, kontextualisiert neben Kompositionen von Henry Cowell, Charles Ives, Frederic Rzewski und John Cage vor dem Hintergrund dreier ausgewählter Punkte des regionalen Wandels auch ihre eigene Musik immer wieder neu. Heraklits Erkenntnis, nach der niemand zweimal in den gleichen Fluss steigen kann, gilt unter den Bedingungen von Kunsu Shims und Gerhard Stäblers Projekt zwischen Benrath, Krefeld und Kamp-Lintfort also mindestens dreifach.

Weitere Termine

  • Freitag, 12.09.2014, 19:30 Uhr
    Schloss Benrath
    Benrather Schloßallee 100 – 106
    40597 Düsseldorf
    AK 15,00 € :: erm. 7,50 €
  • Samstag, 13.09.2014, 19:30 Uhr
    Lehrstollen
    Friedrich-Heinrich-Allee, ggü. Haus Nr. 109
    47475 Kamp-Lintfort
    AK 11,00 € :: erm. 5,50 €

spon