Estrada Fado Group

Aug '14
23
20:00
Aug '15
30
17:00

Musikalisches und Kulinarisches aus Portugal
Die Estrada Fado Group lädt ein, in Gemeinschaft kunst- und genussvoll traurig zu sein. Und dabei hat eine neue junge Fangeneration jede Menge Spaß.

Die überlieferten rund 150 musikalischen Grundstrukturen für Fados, darunter schnelle und langsame, fröhliche und traurige Lieder, liefern genügend Stoff für die Estradas zum Experimentieren.

Außerdem gibt es an diesem Abend portugiesische Essen mit landestypischen Spezialitäten im Südbahnhof.

Estrada – die Straße, seit jeher in der Poesie und Musik ein Sehnsuchtsort des Kommens und Gehens, des Verlassens und Heimkehrens. Poetische Gefühlswelten, die in kaum einer anderen Musikrichtung als dem Fado so zum Ausdruck kommen. Wie der Blues in den Südstaaten der USA, der Flamenco in Spanien, ist der Fado in Portugal zuhause. Beheimatet vor allem in den Städten Lissabon und Coimbra, wird von der saudade, dem Weltschmerz, der Sehnsucht, der unglücklichen Liebe aber auch von sozialen Missständen gesungen und gespielt. Entstanden in den Armenvierteln Lissabons, ist der Fado fester Bestandteil der portugiesischen Musiktradition.

Der Stellenwert dieser Musik kann am besten verdeutlicht werden an der 1999 verstorbenen Fadosängerin Amália Rodrigues, die wie eine Nationalheilige in Portugal behandelt wird. 2011 wurde Fado in die Liste des immateriellen Weltkulturerbes der UNESCO aufgenommen.

Seit den 1990er Jahren gibt es eine musikalische Bewegung der Erneuerung und Verjüngung des Fados. Dieser neuen experimentierfreudigen Dynamik fühlt sich auch die Estrada Fado Group verpflichtet.

Luis Delgado, der Mastermind der Gruppe, ist von seinem ganzen Naturell ein traditioneller Fadista (Fadosänger), der das Wagnis eingegangen ist, neues, dem Fado fremdes Instrumentarium in die Musik zu integrieren. Hierzu hat er sich Profimusiker zur Seite gestellt, die sich auf die unterschiedlichste Art und Weise in der Musikwelt bewährt haben. Aus der Rockmusik kommend, dem Jazz oder der türkischen Klassik, werden in der Neuinterpretation der traditionellen Fadoschemata die Bağlama (Saz) als tragendes Melodieinstrument und das Piano eingesetzt. Die Bağlama als das traditionelle Saiteninstrument des arabischen Raumes, ersetzt die Guitarra Portuguesa, und wird damit gleichzeitig zum multikulturellen Experiment, wie auch zur Erinnerung an eine ferne maurisch portugiesische Musikgeschichte. Die Keyboards, mit emphatisch eingestreuten Jazzpassagen, verdichten zusammen mit der akustischen klassischen Gitarre die Harmonien und schaffen Tiefe und Sounddichte, die von der Cajon rhythmisch unterlegt wird. Diese Musik wird nicht mit den Ohren, sondern mit dem Herz gehört, wenn Luis Delgado in grandioser Fadistamanier traditionelle Texte des Fados mit seinem Gesang in ein neues Gewand kleidet. Meeresgewalten, Möwengeschrei, die Liebe zum Volk und den Frauen und zur Stadt aller Städte: Lisboa … Lissabon.
Dem aufmerksamen Zuhörer werden Strukturen und Passagen auffallen, die an den Mediterranean Sundance (Al Di Meola/Paco de Lucía) oder die Bluesballade Still got the blues (Gary Moore) erinnern. Nicht die Estradas kopieren hier die großen Meister der Neuzeit, sondern alle bedienen sich aus dem großen Reservoir der Fadoschemata.
„Man muss das Rad nicht neu erfinden“, sagt hierzu der Traditionalist Luis Delgado, der eigentlich von den vielen Versuchen Fado in Rock und Pop zu integrieren überhaupt nichts hält. „Interessant ist die enorme Renaissance des Fado. Immer mehr jungen Leuten macht es Spaß, zusammen zu improvisieren – nicht gegen die Traditionen des Fado, sondern mit ihnen.“

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