Was bedeutet es, im Literaturbetrieb zu arbeiten, wenn Zeit, Geld und Sicherheit ungleich verteilt sind? Die Autorin und Soziologin Nadia Shehadeh liest beim diesjährigen bold-Netzwerktreffen in Krefeld kurze Passagen aus ihrem Buch „Anti-Girlboss“ und spricht über Arbeit, Selbstverwirklichung und die ökonomischen Bedingungen kultureller Produktion. Ausgehend davon öffnet sie die Diskussion: Wer kann es sich leisten, zu schreiben, sichtbar zu sein, auf Veranstaltungen zu fahren – und wer verschwindet, wenn überall gespart wird? Wie widersetzt man sich dem girlbossy Konkurrenzdenken, wenn die Plätze im Programm zunehmend begrenzt werden – und die Schere zwischen Bestseller-Autor:innen und allen anderen größer zu werden scheint? In einer an die Lesung anschließenden Fishbowl-Diskussion, die für alle mit Gesprächsbedarf zum Thema offen ist, möchten wir über Sparpolitiken und prekäre Kulturarbeit sprechen – und darüber, was das für diejenigen bedeutet, die im Literaturbetrieb ohnehin schlechtere Ausgangsbedingungen haben. Ein Abend über Geld, Arbeit und Macht – und darüber, wie ein solidarischer Literaturbetrieb aussehen könnte, in dem nicht nur diejenigen bleiben, die ihn sich leisten können.
Moderation: bold-Kuratorin und Autorin Fatima Khan
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